Ist Segelfliegen gefährlich?
Diese Frage wurde schon oft diskutiert, und doch möchte ich meinen Senf dazu abgeben.
Natürlich ist Segelfliegen gefährlich, relativ gefährlich. Wie gefährlich das Segelfliegen ist, hängt immer vom Piloten ab. Anders als im Straßenverkehr, in welchem man auch durch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wird, hängt die Gefahr beim Segelfliegen hauptsächlich von einem selbst ab! Auch viele Zusammenstöße in der Luft können durch die eigene Luftraumbeobachtung verhindert werden.
Man kann also selbst beeinflussen, welche Gefahr man aufnimmt. Und normalerweiße müsste man es auch selbst recht gut einschätzen können, wie gefährlich der eigene Flugstil ist.
Fliege ich in der Ausbildung? Fliege ich in Platznähe, bin ich auf einem Streckenflug, fliege ich dort in der Regel hoch oder fliege ich über dem Thüringer Wald bei bestem Getreidewuchs in “Ameisenkniehöhe” umher. Oder stürze ich mich gar bei einem Wettbewerb in einen Aufwind mit 30 anderen Segelflugzeugen und dann noch ohne FLARM?
All das sind Entscheidungen, die man als Pilot selbst treffen kann. Je nachdem welchen Weg man wählt, fliegt man gefährlicher oder ungefährlicher. Natürlich ist es auf Dauer langweilig nur in Platznähe herumzueiern, genauso wie ein Kamikazeflugstil niemand lange überlebt. Überspitzt gesagt: “Es gibt mutige Piloten, es gibt alte Piloten. Es gibt aber keine mutigen alten Piloten”. Der persönliche Weg liegt dazwischen. Wir müssen aufpassen, mit steigender Flugerfahrung nicht in Selbstüberschätzung zu verfallen und immer eigenen guten Übungsstand zu haben, um das Risiko beim Fliegen im vertretbaren Bereich zu halten. Das Risiko wird niemals Null sein, das muss jedem klar sein. Aber in gewissen Grenzen können wir das Risiko beeinflussen.
Die Frage darf deshalb nicht lauten “Ist Segelfliegen gefährlich?”, sondern “Fliege ich gefährlich?”. Vielleicht sollten wir diese Frage uns oder gar unserem Umfeld am Flugplatz öfters stellen?
Fliegt sicher!
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