Der Segelflug-Blog!

Interessantes rund ums Segelfliegen

Gastartikel: Versicherungen für Segelflieger

Mai 5th, 2011 by Andi

Nur Fliegen ist schöner – eine Aussage, die klarmacht, welche große Anziehung das Fliegen auch heute noch hat. Bereits seit 100 Jahren wird dieser Sport nun ausgeübt, und trotzdem bewegt er sich nach wie vor an der Grenze des technisch Möglichen. Wie die Flugzeuge, so haben sich auch die Risiken seit den letzten 100 Jahren geändert. Waren damals noch Materialermüdung, Konstruktionsfehler und Unwissenheit die häufigsten Unfallursachen, so sind es heute hauptsächlich menschliche Faktoren wie Selbstüberschätzung (gerade bei erfahrenen Piloten), mangelnde Übung oder Kollisionen zwischen Flugzeugen.

Flugzeuge sind in den letzten Jahrzehnten größer und schneller geworden. Eine Tatsache, die auch den Segelflug mit einschließt. Segelflieger mit einer Spannweite von mehreren Metern sind alles andere als ungefährlich. Wer den Einstieg in diesen Sport wagen will, steht damit unweigerlich vor einem Problem: Abzuwägen, ob es das Risiko wert ist und wie man sich versichern kann. In diesem Zusammenhang muss grundsätzlich zwischen dem Segelflieger an sich und den Insassen unterschieden werden.

Der Pilot dieses Flugzeugs überlebte unverletzt. Aufnahme "Cessna Crash Ochil Hills" von John Chroston / CC BY-SA 2.0

Versicherungen im Segelflug

Ein wesentlicher Teil der Versicherungen rund um die Luftfahrt und den Segelflug umfasst die Haftpflichtschäden. In diesem Zusammenhang ist der Einstieg für den Laien schwierig. Der Grund: Auf der einen Seite steht die Halterhaftpflicht. Letztere ist analog zur Kfz-Versicherung eine Pflichtversicherung. Laut § 43 Luftverkehrsgesetz ist der Halter eines Flugzeugs – und dazugehört auch das Segelflugzeug – verpflichtet, sich gegen Schadenersatzansprüche von außen zu wappnen.
Gemeint sind etwa Schäden durch eine verpatzte Landung im Feld des nächsten Bauern usw. Aber die Haftungsrisiken gehen noch weiter. Wer reguliert in einem Zweisitzer den Schadenersatz, den der Mitflieger geltend macht? Zu diesem Zweck werden Passagierhaftpflichtversicherungen abgeschlossen. Diese sichern quasi die inneren Haftungsrisiken ab, denen ein Pilot ausgesetzt sein kann. Obwohl es sich bei beiden Policen quasi um Pflichtversicherungen (sobald zwischen Pilot und Passagier ein Beförderungsvertrag zustande kommt, muss eine Passagierhaftpflichtversicherung vorhanden sein) handelt, sollte nicht jede erstbeste Versicherung unterschrieben werden. Gerade wer früher oder später das Segelflugzeug als Schulflugzeug nutzen will, sollte sich vorab informieren, inwiefern hierfür der Versicherungsschutz ausgelegt ist.

Beide Versicherungen – die Halter- und die Passagierhaftpflicht – lassen sich im Rahmen der CSL-Policen in einem Vertrag kombinieren. Eine weitere Versicherung, die den Insassen in einem Segelflugzeug zugutekommt, ist die Sitzplatz-Unfallversicherung. Damit lassen sich Passagiere und/oder Pilot gegen die Folgen eines Unfalls absichern. Denn normale Unfallversicherungen schließen mitunter Risiken aus riskanten Sportarten aus.

Die Kaskoversicherung für den Segelflieger

Bisher standen vor allem Passagier, Pilot und äußere Haftungsrisiken im Mittelpunkt. Wie sieht es aber mit dem Segelflugzeug als solches aus? Schließlich ist dessen Ersatz bei einem Totalverlust alles andere als billig. Selbst Schäden können teuer werden. Für einen solchen Fall bieten Versicherer eine ähnliche Lösung wie aus dem Straßenverkehr – die Kaskoversicherung. Damit werden Schäden am Segelflieger abgedeckt und bei Totalverlust zumindest der Zeitwert ersetzt.

Segelfliegen – die Risikoabsicherung

Bliebe zum Schluss noch die Risikovorsorge. Trotz aller Bemühungen den Sport so sicher wie möglich auszuführen, bleibt ein Risiko – selbst für, oder sogar gerade für erfahrene Piloten. Dabei steht hinter dem Sport und Hobby immer auch eine Familie, an die man denken sollte. Um sich zumindest rein vom finanziellen Aspekt keine Gedanken über die Lage der Hinterbliebenen mehr machen zu müssen, empfiehlt sich der Abschluss einer Risikolebensversicherung. Auf diese Weise ist zumindest das finanzielle Auskommen für die Zeit nach dem schlimmsten anzunehmenden Unfall gesichert.

Das  Risiko für den Piloten ist damit aber noch nicht gänzlich ausgeräumt. Verletzungen mit Invalidität als Folge können zur Berufsunfähigkeit führen, weshalb auch dieses Risiko parallel zur Risikolebensversicherung abgesichert werden sollte. Risikolebensversicherung, Kaskoversicherung, Halter- und Passagierhaftpflicht – wer als Segelflieger allein oder zu zweit unterwegs ist, muss an viele Details denken, kann anschließend aber das Fliegen unbeschwert genießen.

Müssen Versicherungen nachträglich über ein neues Hobby informiert werden?

Was passiert aber, wenn Piloten eine BU-Versicherung oder Unfallversicherung abschließen, bei Abschluss des Vertrags ihre Liebe zum Segelfliegen entdecken, den Versicherer aber nicht darüber
informieren?

In einem solchen Fall nützt die beste Risikovorsorge wenig. Hier kann sich der Versicherer unter anderem auf § 26 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) berufen. Und die Leistung ablehnen. Denn der Versicherungsnehmer hat damit seine Pflichten aus dem Versicherungsvertrag verletzt und gegen § 23 VVG (Absatz 2: Anzeige der Gefahrerhöhung) verstoßen. Gleiches gilt im Übrigen auch, falls der Versicherer von dem Hobby weiß, der versicherte Flieger trotz anderslautender Aussage aber an Wettbewerben teilnimmt.

Das obige Szenario gilt aber nur dann, wenn der Vertrag als solcher noch nicht endgültig zustande gekommen ist. Wer erst nach fünf oder zehn Jahren die Liebe zur Segelfliegerei entdeckt, hat Glück. Das Aufnehmen eines gefährlichen Hobbys kann dann den Vertrag eingeschlossen sein. Die Formulierung “kann” ist in diesem Zusammenhang als Einschränkung zu sehen, etwa für den Fall, dass Versicherer spezielle Hobbys von Versicherungsschutz über die Versicherungsbedingungen ausschließen.

Mario Müller ( finanzen.de )

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Wann kommt der Frühling?

Februar 18th, 2011 by Andi

Eine Ostwetterlage hat sich eingestellt, diese sind meist sehr hartnäckig. Um diese Jahreszeit kommt aus Osten zumeist kalte und trockene Luft. Der Frühling lässt also noch etwas auf sich warten, die Nachttempreaturen gehen in der kommenden Woche wieder in den Frostbereich von etwa -5°C. Dank der trockenen Luft wird es aber auch viele heitere Abschnitte und keine Niederschläge geben. Somit sinkt der Feuchtigkeitsgehalt im Boden und die meisten Grasplätze dürften dann bis zum letzten Februarwochenende trocken sein.

Für wärmere Temperaturen bräuchten wir eine Süd- oder Südwest Wetterlage geprägt von Hochdruckeinfluss. Verfolgen kann man den Trend in der 500hPa Höhenwetterkarte:
http://www.wetterzentrale.de/pics/avnpanel1.html

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Fragenkatalog kostenlos

Juli 28th, 2010 by Andi

Die Zeiten in denen wir Geld für den Fragenkatalog ausgeben müssen sind vorbei. Wer kennt nicht diese überteuerten Fragenkatalog CDs. Die Hersteller haben kaum Aufwand mit der Programmierung und noch dazu stecken ein Haufen Fehler drin. Nun hat die Profitgier selbst, dem Profit ein Ende bereitet.

Ein paar  findige Fliegerkollegen (Stephan Haux, Marian Aldenhövel) haben folgendes Projekt ins Leben gerufen: http://www.open-ppl.de/ . Dort kann man als Webapplikation von überall auf einen Online-Fragenkatalog zugreifen. Das Beste daran: Jeder kann mithelfen den Fragenkatalog zu verbessern. Zum Beispiel kann man in eine Wiki Lehrninhalte einbringen.

Ein Zitat noch von der Webseite welches mir Rätsel aufgibt:

Die Abzocke ist weniger geworden
Die Flut der E-Mails wegen der Abzocker ist abgeebbt. So kann ich mich wieder verstärkt den Verbesserungen widmen.

Haben da ein paar Firmen die bisher mit dem Fragenkatalog Geld verdient haben, ärger gemacht?

Vielen Dank an die Segelfluggruppe Wenningfeld, die mich auf diese Webseite aufmerksam gemacht hat und natürlich Danke an den Initiator der Webseite. Tausende Flugschüler werden es Danken.

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Mein erster 500er

Juli 21st, 2010 by Andi

Am letzten Sonntag war ich über acht Stunden unterweg um 590 km mit der LS4 zurückzulegen. Der Tag began mit einer niedrigen Basishöhe von 800 m. Mein Ziel folgend “Nürnberg zu umrunden” machte ich mich Richtung Steigerwald auf, die Basishöhe sank auf den Weg dorthin auf 500 m ab. Der Steigerwald selbst war am Überentwickeln. Also entschied ich mich um. Beinahe wollte ich schon in Giebelstadt zwischenlanden, nachdem der Tag sowieso meine Erwartungen bis dorthin nicht erfüllt hatte. Die Basishöhe stieg nur sehr zögerlich.

Trotzdem wurde noch ein Super Streckenflugtag daraus, im Süden herrschte zwar zu wenig Hochdruckeinfluss. Der Odenwald war dicht, so dass ich umdrehen musste, aber spätestens nördlich des Thüringer Walds war perfektes Segelflugwetter. So oft musste ich bisher noch nie das Stauscheibenvario während eines Fluges antippen – ständig ist es am oberen Ende der Skala hängengeblieben!

Eine theoretische Frage hat sich während des Fluges aufgetan. Ist es besser als McCready Wert nicht denjenigen Steigwert einzustellen, den man unter der nächsten Wolke erwartet, sondern stattdessen den Steigwert einzustellen, bei dem man einen Aufwind mitnehmen würde?

Ihr kennt das sicher auch?! Die nächste Wolke ist weit entfernt und ihr müsst über ein kleines blaues Gebiet fliegen. Die nächste Wolke sieht super aus und ihr erwartet 3 m/s steigen darunter, also müsstet ihr eigentlich den MC Wert auf 3 m/s einstellen und mit dieser Sollfahrteinstellung zur nächsten Wolke fliegen. Stattdessen könnte man aber den Wert 0 einstellen, um sicherzugehen überhaupt noch bei der Wolke anzukommen. Wenn man aber meint, bei der Wolke auf jedenfall hoch genug anzukommen, jedoch auch sofort ein Steigen von 1,5 m/s unter der Wolke mitnehmen würde, anstatt weiterzusuchen, so habe ich dieses mal den MC Wert eben auf den Wert eingestellt, den ich als nächstes kurpeln würde, anstatt auf den Wert, den ich als nächstes erwarten würde. Es gibt vielleicht Piloten, bei denen beide Werte übereinstimmen, aber meiner Meinung nach rentiert es sich eher mal einen 1,5 m/s Aufwind für ein paar hundert Meter mitzunehmen, als dann ganz tief Einen mit 0,5 m/s nehmen zu müssen!

Achja, wen es interessiert, hier mein Flug beim OLC:

http://www.onlinecontest.org/olc-2.0/gliding/flightinfo.html?dsId=1418229

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Verschiedene Dokumente in ein PDF zusammenfügen

Juli 15th, 2009 by Andi

Mithilfe von Free PDF XP lassen sich mehrere Dokumente, Bilder etc. in eine PDF Datei drucken. Ideal also um zum Beispiel für eine Online-Bewerbung Bewerbungsunterlagen in einer PDF Datei mit dem Anschreiben unterzubringen.

Ich denke viele Personalchefs werden es danken nicht 4-5 verschiedene Dateien für eine Bewerbung öffnen zu müssen.

Damit Free PDF XP funktioniert muss man zuvor Ghostview installieren. Eine Installationsanleitung für Ghostview findet man unter diesem Link.

Viel Erfolg damit!

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Fliegen lernen bis zum ersten Alleinflug für 300,- €

Juni 22nd, 2009 by Andi

Mit dem Angebot mit dem Namen “Segelfliegen airleben” versuchen wir derzeit in Schweinfurt neue Mitglieder zu finden. Es bestehen keine weiteren Verpflichtungen für die Teilnehmer. Warum klappt das nicht? Für Feedback wäre ich dankbar.

Unser Flugschüleranzahl befindet sich auf einem langjährigem Minimum.

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Ist Segelfliegen gefährlich?

April 1st, 2009 by Andi

Diese Frage wurde schon oft diskutiert, und doch möchte ich meinen Senf dazu abgeben.

Natürlich ist Segelfliegen gefährlich, relativ gefährlich. Wie gefährlich das Segelfliegen ist, hängt immer vom Piloten ab. Anders als im Straßenverkehr, in welchem man auch durch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wird, hängt die Gefahr beim Segelfliegen hauptsächlich von einem selbst ab! Auch viele Zusammenstöße in der Luft können durch die eigene Luftraumbeobachtung verhindert werden.

Man kann also selbst beeinflussen, welche Gefahr man aufnimmt. Und normalerweiße müsste man es auch selbst recht gut einschätzen können, wie gefährlich der eigene Flugstil ist.

Fliege ich in der Ausbildung? Fliege ich in Platznähe, bin ich auf einem Streckenflug, fliege ich dort in der Regel hoch oder fliege ich über dem Thüringer Wald bei bestem Getreidewuchs in “Ameisenkniehöhe” umher. Oder stürze ich mich gar bei einem Wettbewerb in einen Aufwind mit 30 anderen Segelflugzeugen und dann noch ohne FLARM?

All das sind Entscheidungen, die man als Pilot selbst treffen kann. Je nachdem welchen Weg man wählt, fliegt man gefährlicher oder ungefährlicher. Natürlich ist es auf Dauer langweilig nur in Platznähe herumzueiern, genauso wie ein Kamikazeflugstil niemand lange überlebt. Überspitzt gesagt: “Es gibt mutige Piloten, es gibt alte Piloten. Es gibt aber keine mutigen alten Piloten”. Der persönliche Weg liegt dazwischen. Wir müssen aufpassen, mit steigender Flugerfahrung nicht in Selbstüberschätzung zu verfallen und immer eigenen guten Übungsstand zu haben, um das Risiko beim Fliegen im vertretbaren Bereich zu halten. Das Risiko wird niemals Null sein, das muss jedem klar sein. Aber in gewissen Grenzen können wir das Risiko beeinflussen.

Die Frage darf deshalb nicht lauten “Ist Segelfliegen gefährlich?”, sondern “Fliege ich gefährlich?”.  Vielleicht sollten wir diese Frage uns oder gar unserem Umfeld am Flugplatz öfters stellen?

Fliegt sicher!

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Der Frühling ist da!

April 1st, 2009 by Andi

Am kommenden Samstag dürfte auch auf dem letztem durchnässten Grassplatz die Flugsaison beginnen! Der Frühling ist da. Temperaturen bis 20°C oder auch knapp darüber ist laut dem GFS Modell möglich. Dazu nur wenig Wind.

Können wir an diesem Wochenende endlich wieder ohne Jacke fliegen?

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GPS_LOG installieren und eigene Karten erstellen

März 24th, 2009 by Andi

Dieser Artikel handelt über zwei Teilprobleme. Wie installiere ich die Streckenflugsoftware GPS_Log auf dem Pocket PC und wie erstelle ich eine eigene Karte mit den aktuellen Lufträumen.

Schritt 1: GPS LOG Installation:

1. Wir wählen auf der GPS_Log Webseite die Installationsdatei für unseren Pocket PC herunter. Für die beliebte 38xxer Serie dürfte “Pocket PC OS3 PocketPC 2002″ die richtige wahl sein. Für andere Systeme sind andere Installationsdateien vorhanden. Welche Windows Version man auf seinen Pocket PC installiert hat kann man erfahren, wenn man im Pocket PC auf Einstellungen -> System -> Info klickt. Version 4.20 steht zum Beispiel für Windows Mobile 2003, den Namen des Betriebssystems zur Versionnummer erfährt man bei der Wikipedia.

Nach dem herunterladen, muss die zip Datei entpackt werden und anschließend die setup.exe gestartet werden. Active Sync muss jetzt bereits mit dem Pocket PC verbunden sein. Im sich öffnenden Assistenten beide Häckchen setzen.  Statt die Software im “Standardverzeichnis für Anwendungsinstallation” zu installieren, wählen wir besser NEIN und wählen die Speicherkarte aus.

GPS_Log ist nun auf dem Pocket PC installiert. Nun müssen noch zahlreichen Einstellungen gesetzt werden. Tipp: Mit dem auf dieser Webseite angebotenen Dateien kann man noch die deutschen Sprachdateien für GPS_LOG installieren.

Wenn es Probleme gibt die richtige Einstellung zum Empfang eines GPS Signals zu finden, empfehle ich das Programm GPS Dash, die Fehlerseite ist wenig ergiebig.  Die Testversion ist gratis und ist recht komfortabel zu bedienen. Zudem ist es ziemlich zuverlässig beim finden des Signals.

Schritt 2: Eigene Karten erstellen/anpassen:

Bevor wir aber zur Konfiguration des Programms kommen möchte ich zuerst auf das erstellen eigener Karten eingehen. Karten von Deutschland gibt es auf der GPS_Log Webseite zu genüge. Die Karten mit den aktuellen Lufträumen findet man in der Yahoo Gruppe (dazu muss man sich bei Yahoo anmelden). Die Grundlegenden Informationen Karten zu erstellen findet man eigentlich auch auf der GPS_LOG Webseite. Das schwerste ist die Erstellung der .AGL Datei aus den Höhendaten (Digital Elevation Map). Die hochauflösenden Daten sind auf der NASA-Webseite kostenlos verfügbar, das zusammenfügen und die Umwandlung ins richtige Format mit den Standardprogrammen auf der GPS_LOG Webseite ist dann etwas unintuitiv, aber es funktioniert. Ich habe das vor mehreren Jahren mal für die Mitte Deutschlands von 8°E bis 13°E und 48°N bis 52°N erstellt. Die Fahrwerkswarnung in und der Endanflugrechner wird so ziemlich verlässlich.

Wir wählen eine schon vorhandene Karte aus einem vorjahr, wichtig ist nur, dass sie im Text- statt im Binärformat vorliegt, und ergänzen sie um die deutschen Lufträume für das aktuelle Jahr. Diese liegen im vorher genannten Link auf der DAeC Webseite im Open Air Format vor. Wir laden die Luftraum Datei herunter und installieren das Programm OAtoMAP auf dem PC. Die beiliegende README-Datei muss auf alle Fälle beachtet werden, im gleichen Verzeichnis in dem sich das Programm befindet muss nämlich eine Textdatei mit dem Namen OA2MAPdef#^.txt mit den Einstellungen angelegt werden.

Meine Textdatei sieht so aus:

AC R
SB 255,0,0
SAL 1

AC Q
SB 200,22,0
SAL 1

AC P
SB 255,0,0
SAL 1

AC CTR
SB 255,170,0
SAL 1

AC W
*SB 0,255,150
SAL 0

AC C
SB 0,255,0
SAL 1

AC D
SB 255,170,0
SAL 1

AC F
SB -1,-1,-1
SAL 0

AC TMZ
SP 1,1,0,0,0
SB -1,-1,-1
SAL 1

SAL 1 steht für Alarmierung vor Einflug in den Luftraum.  SB ddd,ddd,ddd wobei d für Dezimalzahl steht beschreibt die Füllfarbe des Luftraums in RGB Darstellung. -1 steht für keine Füllung. Mit einer SP Zeile kann man die Art der Umrandung des Luftraums festlegen – aber lest das in der README Datei selbst. Jetzt kann man das OAtoMap Programm starten und als Zieldatei zum Beispiel “DE_Airspace2009.map” angeben. Diese Datei wird dann angelegt.

Nun laden wir uns eine schon existierende Karte von Deutschland für GPS_LOG herunter und suchen dort die “Haupt .map Datei”. Dort kann man einstellen, welche anderen .map Dateien in die Karte eingebunden werden sollen, in unserem Fall lautet die Zeile dazu “?DE_Airspace2009.map”. Wir müssen diese von uns erstellte Datei natürlich zuvor in das Verzeichnis dieser “Haupt map.Datei” kopieren.

Um aus dieser Datei eine Binärdatei zu erstellen benötigen wir noch die PC Version von GPS_LOG. Beim ersten Start des Programms schießen uns eine Menge Fehlermeldungen entgegen. Dadurch sollte man sich nicht verwirren lassen. Wir wählen im Programm FILE->Map File unsere “Haupt map-Datei”. Die Karte sollte sich nun aufbauen. Genau so wird sie später auch im GPS Log angezeigt. Wenn alles passt auf File -> Save Binary Map klicken um eine .gpm Datei zu erstellen. Diese Datei muss nun auf den Pocket PC kopiert werden und die Einstellungen im GPS_LOG auf dem Pocket PC angepasst werden.

FLARM

Bekommt man seine GPS Daten von FLARM, so bietet es sich an, dass FLARM-Modul zu GPS_LOG zu installieren. Man bekommt dann auf einer Karte die anderen Flugzeuge angezeigt.

Tipp: Pocket PCs der älteren Generation haben einen flüchtigen Speicher

Um zu vermeiden, dass nachdem der Akku einmal voll entladen war alle Programme verloren sind (dies gilt auch für auf der Speicherkarte installierte Programme, denn ein Teil des Programms wird trotzdem im flüchtigen Speicher installiert z. B. im Ordner My Documents, Windows oder Windows/Startmenü) sollte man Active Sync starten und dort die Funktion “Extras -> Sichern/Wiederherstellen” wählen. Man kann das vom PC aus die Konfiguration später wiederherstellen. Komfortablere Programme sind Sprite oder “SPB Backup”, die kosten allerdings knapp 30 €, können dafür aber eine ausführbare Datei auf der Speicherkarte erstellen, welche alle Daten von dortaus wieder extrahiert. Diese Methode funktioniert also auch unterwegs. Da wir aber im Vereinsheim einen PC haben, werden wir Active Sync dort installieren und die Backups dort anlegen. Ein paar IPAQs haben auch die Updatesoftware Sprite vorinstalliert, man findet es unter “Start -> Programme -> iPAQ Backup”.

Tipp: GPS_LOG findet Dateien auf der Speicherkarte nicht?

Dies liegt an der unsichtbaren ignore_my_docs Datei die sofort auf der Speicherkarte angelegt wird, wenn man die Speicherkarte mal in einen PC gesteckt hat. Die Datei wird sofort wieder neu angelegt, falls man sie löschen möchte. Stattdessen sollte man ein Verzeichnis auf der Speicherkarte anlegen und dort alle Karten-Dateien etc. hinkopieren, auf die man von GPS_LOG aus nutzen möchte. Die Dateien müssen auf der obersten oder zweitobersten Ebene des Dateisystems liegen. Also wenn es nicht funktioniert, einfach mal auf die oberste Ebene kopieren oder eins tiefer.

Demnächst stelle ich noch die erstellte Karte zum Download bereit.

Update:

Etwas spät, aber hier die Karte – bzw. meine gesammelten GPS_LOG Dateien – für 2009 zum Download (ca. 50 MB). Es handelt sich um eine abgewandelte Karte von Elmar Kümmel. Von mir hinzugefügt wurden die Höhendaten der SRTM mit 90m Auflösung horizontal und etwa 10 m vertikal. Danach kann man also seine Fahrwerkswarnung programmieren. Aber Achtung: aus Platzgründen ist nur der Bereich von 48-52°N und 8-13°E mit den Höhendaten versorgt. Die Karte ist eben für die Unterfranken optimiert. ;)

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DWD will nachziehen – Neuer Vektorrechner ab 2010

März 17th, 2009 by Andi

Wie gerade bei heise-online gelesen weiht der DWD am kommenden Donnerstag einen neuen Vektorrechner ein, der die verfügbare Rechenleistung bis zum Jahr 2010 um den Faktor 45 erhöhen soll.

Im Anbetracht dessen, dass kostenlose Anbieter heute teilweiße sehr zutreffende Wettervorhersagen bieten wird das auch bitter nötig. Die Leistungen des DWD sind kostenpflichtig, und entsprechend hohe Ansprüche dürfen wir an die Prognosen haben. Wir dürfen deshalb gespannt sein, wie sich die Vorhersagequalität im nächsten Jahr entwickelt.

In der Zwischenzeit rate ich den Ballonfahrern und Segelfliegern die numerischen Prognosen von Meteoblue mal genauer zu studieren.  Das Prognose-Temp und die dadurch bestimmte Basishöhe liefert – zumindens hier in der Region – meistens deutlich treffendere Prognosen als es der kostenlose Segelflug-Wetterbericht des DWD liefert.

Eine Abweichung die sich bei mir nachhaltig eingeprägt hat war ein Tag im März an dem der DWD  “allenfalls schwache Blauthermik” für Unterfranken gemeldet hat,  sich aber ab dem ab dem frühen Nachmittag Quellwolken mit guter Wolkenthermik mit 5 Achtel Bedeckung und Basishöhen weit um die 2000 m GND gebildet haben. Den Tag hätten wir ohne Meteoblue glatt verpasst.

Wie funktioniert Meteoblue?

Wenn man sich auf der Meteoblue Webseite unter myMapServer kostenlos als neuer Benutzer registriert, kann man sich eigene Karten und Temps generieren lassen. Diese basieren auf der NMM (Numerische Mesoskalen Modellierung) Technologie, die es ermöglicht, genaue Topographie (Mesoskalen = 20-1 Kilometer; Mikroskala = < 1 Kilometer), Oberflächenbeschaffenheit  (z.B. Wald, Felder, Felsen, Wasser) und Bodenbedeckung (Schnee, Wasser) sowie die Initialisierung (Meßdaten am Beginn der Berechnung) in den Modellierungsprozess einzubeziehen.

Nachdem man sich angemeldet hat, sollte man – sofern man Java Installiert hat – alle Dienste zur Verfügung haben. Man wählt für verlässliche Prognose-Temps am besten “Central Europe”. Die Daten in diesem Bereich beruhen auf dem hochauflösensten Verfahren NMM-4 und sind somit am Genausten (Auch Mittelgebirge und Gebirgstäler werden von diesem Modell erfasst, diese spielen für die benachbarten Gebiete eine Große Rolle beim Wetter – hier in der fränkischen Trockenplatte funktioniert dieses Wettermodell sehr gut!)

Unter Maps kann man sich nun eine Karte erstellen. Das kann zum Beispiel für die Darstellung des Winds, oder um die “convective Precipitation” (durch Konvektion hervorgerufene Niederschlag – also wo Überentwickelt es) anzuzeigen, auch ganz interessant sein.

Ebenfalls interessant sind die Meteogramme, wählt unter Meteograms euren Ortsnamen, oder gebt die Koordinaten von eurem Flugplatz ein, mit einem abschließenden Klick auf  “Make Map” erhält man für diesen Standort den berechneten Wetterverlauf der nächsten drei Tage. Wobei der dritte Tag häufig nicht mehr so verlässlich ist.

Am interessantesten für den Segelflug ist der Punkt Soundings, wählt wieder eure Stadtnamen Koordinaten (damit ihr das nicht jedesmal neu machen müsst könnt ihr diese Einstellung auch unten bei “Save current Settings” speichern), wählt Tag und Uhrzeit und anschließend “make Map”.  Zweimal täglich (Mittags und gegen Mitternacht) kommen neue Daten rein. Das Temp für den nächsten Tag stimmt oft erstaunlich gut (Wolkenbasis auf 200 m genau).

Natürlich ist dieses Wettermodell auch nicht 100%-ig genau. Aber ein Vergleich der Istsituation mit der Sollsituation der Modellrechnung ermöglicht die Schwachstellen des Modells “von Hand” auszubessern. Hier im Maintal wird zum Beispiel häufig etwas zu früh Blauthermik vom Sounding (Prognose-Temp) angezeigt. Das Meteogramm zeigt aber dagegen noch Wolken an. Wenn man die Prognosen beobachtet entwickelt man ein Gefühl für solche Abweichungen.

Ich hoffe der Artikel war verständlich genug. Falls noch Fragen offen sind, lasst es mich bitte durch einen Kommentar am Ende des Artikels wissen.  Bei Bedarf kann ich auch noch einmal erwähnen, wie ein Temp ausgewertet wird. Aber in den meisten Segelflug Lehrbüchern ist das auch bereits erwähnt.

Viele tolle Flüge im Jahr 2009 und das ihr keinen guten Streckenflug-Tag verpasst wünsche ich Euch!

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